ausser mir II





















ausser mir II, 2005, 42 x 60 cm, 21-teilige Serie, Atem und Tusche mit Zutaten auf Papier
Fotos: Hans-Martin Asch




 

Von der Spur zur Fährte

Das von selbst Wachsende des Flecks und des Seifenschaums mit der kontrollierenden Hand des Künstlers zu versöhnen, das stellt ein nicht zu unterschätzendes Verdienst und den Wert von „außer mir“ dar. In diesem Sinne ist es keineswegs vermessen, hier von Zeichnungen zu sprechen – und das nicht nur im Sinne, wie man die Musterung eines Tierfells oder eines Insektenflügels Zeichnung nennt. Es handelt sich um eine grafische Technik, ohne Zweifel, eine Form der Aufzeichnung, der Notation, ganz gewiss, eine Strategie der künstlerischen Flächengestaltung, so viel steht fest. Kein Zufallsprodukt, sondern Resultat zielgerichteter, komplexer Vorgehensweise und scharfer nachträglicher Selektion.

Im Einzelblatt ein Juwel, so wird „außer mir“ in der Serie zu einer histoire naturelle, zu einem systolischen Rhythmus des Atmens (dessen spezifische Gestaltung in unterschiedlichen Kulturen als Weg zur Erleuchtung beschrieben wird), zu einer abstrakten Bildgeschichte. In der Serie wird die versteinerte Zeit der geplatzten Blase ruckelnd wie ein Stummfilm in eine synthetische, zenonische Bewegung gebracht. In der Serie werden die Monaden sozialisiert. In der Serie wird die Spur zur Fährte.

In der Serie wird der Hauch zum Ausdruck. Anselmo Fox, der wie wenige andere zeitgenössische Künstler seinen eigenen Leib als Maß und Werkzeug nutzt, zeigt auf eigentümlich leichte, spielerische und dennoch tiefgründende Weise, wie viel Inspiration in der Exspiration, der gehauchten Entäußerung steckt.

Friedrich Weltzien Mondäne Monaden Oder: die Inspiration der Exspiration Zu Anselmo Fox: Außer mir