Trottole





















Illustration: Anselmo Fox, Domminique Meyer




Trottole. Kunst&Bau-Wettbewerbsbeitrag anlässlich des Schulahausneubaus in Berlin-Neukölln 2016: Mein Vorhaben ist es, den Schülern und Schülerinnen – entsprechend der musikalischen Ausrichtung der Clay-Schule – die Korridore ihrer täglichen Aufenthalte durch sich wiederholende musikalische Ereignisse zu gestalten. Das Kunst&Bau-Projekt Trottole ersetzt die übliche Schulpausenglocke durch eine Trottola (ital. für Kreisel), einem grossen Choralkreisel, der den Alltag der Schüler und Schülerinnen mit einem musikalischen, plastischen, architektonischen und physikalischen Ereignis rhythmisiert und Anschauungsorte der Erkenntnis im Schulgebäude ermöglichen.
Treppenaufgänge werden vor allem vor und nach den Unterrichtsstunden und in den Pausen benutzt. Die Pausenglocken spielen in Schulen zwar eine wichtige Rolle, doch geht ihre Gestaltungskraft in keiner Weise über ein “disziplinierendes und annektionierendes“ (Michel Foucault) Markieren von Anfang und Ende einer Unterrichtseinheit. Meist sind die Glocken unscheinbar in einem Winkel angebracht und tönen nervtötend schrill oder langweilig dumpf, meist zuverlässig regelmässig und klammern die Schulerfahrung und –erinnerung der meisten Menschen in kleine Portionen der Angst oder Langeweile.
Meine Arbeit sieht vor, dass der Rhythmus des Schulalltages nicht durch den Takt unangenehmer Signalgeräusche diktiert wird, sondern durch eine musikalische Atmosphäre, welche die Korridore der Clay-Schule erfüllt und zusätzlich über die Anschauung und die Neugierde Erkenntnisse ermöglicht.